Grusswort vom abtretenden Kommissionsmitglied und Regierungsrat Daniel Wyler
Allgemein
23. Juni 2026
Diesen Juni endet die zweite Legislatur des Obwaldner Regierungsrats Daniel Wyler. In seinem Grusswort erfahren Sie mehr über seine Tätigkeit als Kommissionsmitglied und die Bedeutung des Vierwaldstättersees für den abtretenden Politiker. Wir bedanken uns für die stets konstruktive Zusammenarbeit und wünschen ihm für den verdienten Ruhestand alles Gute!
Geschätzte Leserinnen und Leser
Was wäre die Zentralschweiz ohne den Vierwaldstättersee? Wir alle könnten keine Ausflüge mit dem Schiff machen, uns bei warmem Wetter im Wasser abkühlen, beim Angeln die Natur geniessen oder bei Wanderungen von den Bergen auf den See blicken. Damit dies alles möglich ist, benötigt es konstruktive Zusammenarbeit der fünf Anreinerkantone. Ja, der See heisst «Vier-Waldstätter-See», es sind aber fünf Kantone betroffen. Denn zu den Waldstätten zählte man früher Unterwalden, welches von Obwalden und Nidwalden gebildet wurde. Somit ist also alles korrekt.
Die fünf Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden setzen sich mit einer Vielzahl gemeinsamer Projekte und Massnahmen kontinuierlich dafür ein, die Wasserqualität zu verbessern, die Seeufer zu schützen, die Einbringung von Schadstoffen zu überwachen und zu reduzieren. Sie beobachten die Auswirkungen unterschiedlicher Nutzungen wie Kiesabbau, Sport, Tourismus und wirken den negativen Folgen gezielt entgegen. Ich war positiv überrascht von der zielgerichteten und geschlossenen Zusammenarbeit in der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee und danke allen Beteiligten herzlich für das grosse Engagement sowie das klare Bekenntnis zu unserem Naturjuwel in der Zentralschweiz.
In besonderer Erinnerung geblieben sind mir die Seeufervermessung mittels Flugzeug und spezieller Kameratechnik sowie die Einführung der generellen Schiffsmelde- und ‑reinigungspflicht, mit der der Einschleppung gebietsfremder Lebewesen (insbesondere der Quagga-Muschel) wirksam begegnet wird.
Für die Zukunft wünsche ich der AKV und meinem Nachfolger Marius Küchler viel Freude und Erfolg bei dieser Arbeit und genügend Weitblick beim Ergreifen von Massnahmen, damit der Vierwaldstättersee für uns alle auch weiterhin mitsamt den Ufern und Zuflüssen ein Zentralschweizer Highlight bleibt.
Daniel Wyler, April 2026
An seiner letzten Kommissionssitzung am 22. Juni 2026 wurde Daniel Wyler vom Präsidenten, Landesstatthalter Sandro Patierno, und der ganzen AKV verabschiedet.
Auf 40 Jahre Engagement, Verantwortung und Zusammenarbeit
Allgemein
30. September 2025
Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee feierte am 26. September 2025 ihr Jubiläum. Sie blickte auf 40 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit der Anrainerkantone zurück und auf Herausforderungen in der Zukunft.
In unserer schnelllebigen Zeit wirken 40 Jahre fast schon wie eine Ewigkeit. Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee, im Jahr 1985 gegründet, freute sich deshalb sehr, jüngst ihr rundes Jubiläum feiern zu können. Im Forschungsinstitut eawag in Kastanienbaum kam am 26. September 2025 das breite Netzwerk der AKV zusammen – um gemeinsam zurückzublicken und nach vorn zu schauen.
Thematisiert wurde an der Jubiläumsfeier das Engagement der AKV zur Verbesserung der ökologischen Qualität des Vierwaldstättersees. Ebenso lag der Fokus aber auf der Zusammenarbeit, auf dem «Geist der Gemeinsamkeit», der in der Kommission mit ihren fünf Mitgliedskantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden vorhanden ist. Sandro Patierno, AKV-Präsident und Landesstatthalter des Kantons Schwyz, brachte es in seiner Eröffnungsrede treffend auf den Punkt:
«Der Vierwaldstättersee war für unsere Vorfahren eine natürliche Grenze und es kostete sie viel Mühe, diese zu überwinden. Heute ist der Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz kein trennendes Element mehr. Das Gegenteil trifft zu: Der See ist unser natürlicher Schatz, der Menschen in der Region mehr denn je verbindet. Diese Verbindung schafft Gemeinsamkeiten und ist gleichzeitig eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit.»
Sandro Patierno, AKV-Präsident und Landesstatthalter Kanton Schwyz
Meilensteine und Herausforderungen im Gewässerschutz
Was also hat die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee in den 40 Jahren ihres Wirkens erreicht? Mit einem Aussenblick schaute am Anlass Referent Dr. Bernard Wehrli, emeritierter Professor der ETH Zürich, zurück auf zentrale wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatten, etwa zum Phosphormanagement, zur Fischdiversität, zur Renaturierung von Ufern und Zuflüssen sowie zum Umgang mit „guten und schlechten“ Tieren und Pflanzen im Vierwaldstättersee.
So stand in den Anfängen der AKV die Verbesserung der Wasserqualität im Vordergrund. Mit dem Ausbau der Abwasserbehandlung nahm der Phosphoreintrag in den See stark ab, sodass dieser heute wieder annähernd seinem ursprünglichen, für ein alpines Einzugsgebiet natürlichen Zustand entspricht. Der so wertvolle Lebensraum für Flora und Fauna konnte sich erholen und beherbergt heute wieder eine grössere Anzahl von Arten.
In späteren Jahren richtete die Kommission ihre Energie gemeinsam mit den Mitgliedskantonen vermehrt darauf, Seeufer, Flachwasserzonen und Zuflüsse zu revitalisieren. Eine Aufgabe, die sie auch in den kommenden 20 Jahren noch beschäftigen wird. Im dynamischen Ökosystem See und seinen Zuflüssen treten darüber hinaus laufend neue Aufgaben auf. Um es mit den Worten von Sandro Patierno zu sagen: «Uns geht die Arbeit nicht aus.» Kommende Herausforderungen sind zum Beispiel:
Die Problematik mit gebietsfremden Arten (Neobiota) und deren Einfluss auf die einheimische Wasserfauna und -flora.
Der Umgang mit Mikroverunreinigungen und Munitionsrückständen
Der laufende Einsatz für ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz und verschiedenen Nutzungen des Sees
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit über Gewässerschutzthemen und nötige Schutzmassnahmen
Auch Prof. Dr. Martin Ackermann, Direktor der eawag, betonte in seinem Referat die Bedeutung der Grundlagenforschung für den nachhaltigen Schutz des Vierwaldstättersees. Als Forschungsstätte sei es ihm eine Freude, mit der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee eine 40-jährige Partnerschaft zu pflegen. Er gab den geladenen Gästen einen Einblick in die Arbeit der Forscherinnen und Forscher der eawag im Kastanienbaum – mittlerweile eines der führenden Institute für Wasserforschung.
«Was der eawag bis heute immer wichtig blieb: Wir forschen, weil wir etwas erreichen wollen: Wir erforschen wie der See, die Flüsse und der Wasserkreislauf funktionieren – und wollen dann auf dieses Wissen aufbauen, um aktuelle Probleme zu lösen.»
Prof. Dr. Martin Ackermann, Direktor eawag
Bedeutung des Vierwaldstättersees für die Region
Wie am Jubiläumsanlass mehrfach deutlich wurde, ist der Schutz des Vierwaldstättersees und seines Einzugsgebiets essenziell, seine Bedeutung für die ganze Region enorm. Der See ist zentral für unsere Gesundheit und Lebensqualität, für die Biodiversität und unsere natürliche Lebensgrundlage sowie für einen attraktiven Wirtschaftsraum in der Zentralschweiz.
Als Höhepunkt des Anlasses richtete Bundesrat Dr. Albert Rösti, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), Glückwünsche an die Kommission und ein Grusswort an die geladenen Gäste. Er unterstrich die Bedeutung des Vierwaldstättersees als ökologisches und kulturelles Gut von nationaler Bedeutung und bedankte sich für die wertvolle Zusammenarbeit zwischen den Zentralschweizer Kantonen und dem Bund.
Alles in allem war es ein gelungener Jubiläumsanlass, an dem die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee auf 40 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit der Anrainerkantone blicken konnte und auf eine Zukunft, in der die nachhaltige Nutzung und der Schutz des Sees weiterhin im Zentrum stehen. Um es mit den Worten von AKV-Präsident Sandro Patierno zu sagen:
«Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Vierwaldstättersee und sein Einzugsgebiet auch für zukünftige Generationen als lebenswerter Naherholungsraum erhalten bleibt.»
Sandro Patierno, AKV-Präsident und Landesstatthalter Kanton Schwyz
Regierungsrat Fabian Peter, Kanton Luzern; Landammann Daniel Wyler, Kanton Obwalden; Philip Baruffa, Geschäftsführer AKV; Präsident AKV und Landesstatthalter Sandro Patierno, Kanton Schwyz; Bundesrat Dr. Albert Rösti; Landammann Christian Arnold, Kanton Uri; Regierungsrat Joe Christen, Kanton Nidwalden (von links). Bilder: Christian MauggDie Referenten des Jubiläumsanlasses: Präsident AKV und Landesstatthalter Sandro Patierno, Kanton Schwyz; Bundesrat Dr. Albert Rösti; Prof. Dr. Martin Ackermann, Direktor eawag; Dr. Bernard Wehrli, emeritierter Professor der ETH Zürich (von links). Bilder: Christian Maugg
Der neue Leistungsauftrag ist verabschiedet
Allgemein
26. Juni 2025
Am 23. Juni haben die Kommissionsmitglieder der AKV an der jährlichen Sitzung den neuen Leistungsauftrag genehmigt und damit die Weichen der AKV für die Jahre 2026-2029 gestellt.
Der Leistungsauftrag regelt die anstehenden Aufgaben, Zuständigkeiten und Finanzen der AKV. Die Geschäftsstelle erarbeitet gemeinsam mit dem Fachgremium alle vier Jahre einen neuen Auftrag und beantragt Projekte für die nächste Leistungsperiode. Es wird zwischen Fortlaufenden Projekten und Fokusprojekten unterschieden. Auch die Kommunikationsstrategie wurde im Leistungsauftrag gemäss den bereits 2023 beschlossenen Massnahmen angepasst.
Fokusprojekte:
Ökologische Auswirkung/Ausgangslage bei der Füllung von Baggerlöchern im VWS
Das Projekt untersucht Baggerlöcher am Vierwaldstättersee, die von früheren Kiesentnahmen stammen und prüft deren ökologisches Potenzial für eine Revitalisierung. Zunächst soll die Relevanz durch die Anrainerkantone abgeklärt werden. Danach soll eine Entscheidungsgrundlage für mögliche Auffüllungen erstellt werden.
Monitoringkonzept Biologie Vierwaldstättersee
Bis 2027 wird ein Konzept für die regelmässige Untersuchung biologischer Parameter am Vierwaldstättersee erstellt. Dieses soll relevante Parameter, Untersuchungsdesign, Intervalle sowie die Finanzierung definieren.
Monitoring Wasserpflanzen Vierwaldstättersee
Flachwasserzonen im Vierwaldstättersee sind ökologisch wertvoll. Wasserpflanzen wurden in den Jahren 1932, 1982, 1994 und 2007-2011 untersucht. Dieses Fokusprojekt soll den aktuellen Zustand der Wasserpflanzen und allfällige Veränderungen aufgrund der Besiedlung durch die Quaggamuschel erfassen. Die Untersuchung soll im Sommer 2026 erfolgen. Die Ergebnisse werden 2027 erwartet.
Fortlaufende Projekte
Zu den fortlaufenden Projekten zählen die Dauerüberwachung der Fliessgewässer, das Monitoring Vierwaldstättersee und Alpnachersee sowie die jährliche Durchführung der See-Badewasserkontrolle und die Beteilung am Monitoring explosiver Spurenstoffe.
Automatisierte Dauermessstelle
In Zusammenarbeit und Unterstützung des Bundes soll an der heutigen Probenahmestelle «Obermatt» eine kontinuierliche hochaufgelöste Messung verschiedener abiotischer Parameter eingerichtet werden. Dazu soll eine Messboje installiert werden. Damit lassen sich die Verhältnisse im See bezüglich Durchmischung, Schichtungsverhalten usw. sowohl im Jahresverlauf, als auch zwischen den Jahren vergleichen. Auch klimabedingte langfristige Veränderungen können durch diese dauerhaften Messungen besser erfasst werden.
AKV feiert ihr 40-jähriges Jubiläum
Allgemein
20. März 2025
Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee wird 40. Zeit, für einen Rückblick auf Meilensteine – und einen Ausblick auf kommende Herausforderungen.
Liebe Leserinnen und Leser
Die fünf Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sind seit 1985 in der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee AKV organisiert und engagieren sich gemeinsam für den Schutz des Sees und seiner Umgebung. Im Jahr 2025 feiern wir somit unser 40-jähriges Bestehen. Zeit, für einen Rückblick auf Meilensteine – und einen Ausblick auf kommende Herausforderungen.
Erreichte Meilensteine und bevorstehende Herausforderungen
Viele Ziele sind dank zahlreicher Massnahmen in den vergangenen Jahren bereits erreicht worden. In den Anfängen der AKV stand die Verbesserung der Wasserqualität im Vordergrund. Mit dem Ausbau der Abwasserbehandlung nahm der Phosphoreintrag in den See stark ab, sodass dieser heute wieder annähernd seinem ursprünglichen, für ein alpines Einzugsgebiet natürlichen Zustand entspricht.
Im dynamischen Ökosystem See und seinen Zuflüssen treten jedoch laufend neue Fragen und Herausforderungen auf, so beispielsweise die Problematik mit gebietsfremden Arten (Neobiota) und deren Einfluss auf die einheimische Wasserfauna und -flora.
Weitere grosse Aufgaben bestehen in der Revitalisierung von Seeufern, deren Flachwasserzonen und Zuflüssen sowie im Umgang mit Mikroverunreinigungen und Munitionsrückständen. Last but not least setzen wir uns laufend für ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz und verschiedenen Nutzungen des Sees ein.
Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem See
Ein übergeordnetes Ziel ist darüber hinaus die Kommunikation. Auch in Zukunft wollen wir die Bevölkerung im Einzugsgebiet des Vierwaldstättersees transparent über unsere Arbeit informieren und für Gewässerschutzthemen sensibilisieren. Der Vierwaldstättersee prägt das Leben und die Identität der Region. Mit einem besseren Verständnis für die Zusammenhänge rund um den Schutz und die Nutzung des Sees wächst die Bereitschaft der Bevölkerung, notwendige Massnahmen mitzutragen.
Unser Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass der Vierwaldstättersee nicht nur ein einzigartiger Erholungsraum, sondern ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche Arten, eine wichtige Lebensgrundlage für uns Menschen sowie eine wirtschaftliche Ressource für die Region ist. Ein verantwortungsvoller Umgang ist essenziell, um die vielfältigen Funktionen dieses Sees – gesellschaftlich, ökologisch und wirtschaftlich – zu erhalten.
Sandro Patierno, Schwyzer Landesstatthalter und AKV-Präsident, fasst die Mission der AKV so zusammen: «Mit unserer täglichen Arbeit tragen wir dazu bei, dass der Vierwaldstättersee und seine einzigartige Landschaft auch für kommende Generationen in seiner natürlichen Form erhalten bleibt.»
Neue Website löst Magazin «4waldstättersee» ab
Allgemein
10. Januar 2025
Mit der Lancierung der neuen Website verabschieden wir uns vom bisherigen Print-Magazin und machen Platz für eine zeitgemässe, digitale Plattform.
Liebe Leserinnen und Leser
Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) präsentiert sich ab sofort in neuem digitalen Gewand: Unsere neue Website ersetzt das bisherige gedruckte Informationsmagazin «4waldstättersee» und bündelt alle wichtigen Informationen übersichtlich an einem Ort. Ob Hintergrundinformationen, Untersuchungsergebnisse oder Einblicke in Projekte – die Inhalte sind jetzt jederzeit einfach abrufbar.
Gliederung in drei Themenseiten
Neu sind die Inhalte in drei Kategorien gegliedert: See & Ufer, Landschaft sowie Tiere & Pflanzen. So finden Sie schnell und gezielt die Themen, die Sie interessieren. Oder lassen Sie sich beim Stöbern inspirieren: Möchten Sie mehr über den Gewässerschutz, die Flora und Fauna im See oder die Zuflüsse erfahren? Wir wünschen viel Spass beim Erkunden!
Newsletter und LinkedIn
Neu gibt es auch einen Newsletter, der halbjährlich über aktuelle Themen und Neuigkeiten informiert. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich dafür ab sofort anmelden. Der erste Newsletter ist für Sommer 2025 vorgesehen. Seit einer Weile ist die AKV ausserdem auf LinkedIn zu finden.
Mit den neuen Kommunikationskanälen möchten wir zugleich informieren und sensibilisieren. Wir wollen so dazu beitragen, dass der Vierwaldstättersee und seine einzigartige Landschaft auch für kommende Generationen bewahrt wird. An dieser Stelle deshalb danke für Ihr Interesse – und jetzt viel Vergnügen!