Abkühlung im See: Die Badewasserqualität bleibt gut!
See & Ufer
23. Juni 2026
Die Zentralschweizer Kantone überprüfen jährlich die Wasserqualität ihrer Seen. Auch in diesem Jahr zeigen sich glücklicherweise keine Überraschungen: Sämtliche Badestellen erreichen die Bewertungsstufen «gut» oder «ausgezeichnet». Dem sicheren Badespass steht damit nichts im Weg.
Beprobt wurden 65 Badestellen an den Zentralschweizer Seen, darunter der Vierwaldstättersee, der Zürichsee, der Zugersee sowie weitere grössere und kleinere Seen der Region. Das Seewasser wurde durch das Laboratorium der Urkantone in Brunnen sowie die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz in Luzern hinsichtlich verschiedener Darmbakterien (Escherichia coli und Enterokokken) analysiert. Sämtliche Stellen weisen eine gute bis ausgezeichnete Badewasserqualität auf. Aufgrund der Ergebnisse sind keine Empfehlungen oder Einschränkungen für Badende erforderlich.
Die Untersuchungen beschränkten sich auf die mikrobiologische Qualität des Wassers. Nicht berücksichtigt wurden spezielle Probleme wie zum Beispiel Zerkarien (Gabelschwanzlarven, auch «Entenflöhe» genannt), die bei erhöhten Wassertemperaturen im Uferbereich vorkommen können. Zerkarien sind für Menschen grundsätzlich harmlos, können jedoch starken lokalen Juckreiz (Badedermatitis) verursachen, der in der Regel nach einigen Tagen wieder abklingt. Es ist Aufgabe der Betreibenden von Strandbädern, diesbezügliche Beobachtungen zu registrieren und die Badegäste darüber zu informieren.
Bei Bächen und Flüssen in Bereichen von Abwasserreinigungsanlagen können leicht höhere Belastungen auftreten. Erhöhte Konzentrationen von Darmbakterien können auch dort vorkommen, wo sich viele Wasservögel aufhalten. In der Regel flüchten diese, sobald ein Uferbereich von Badenden in grösserer Zahl besucht wird. Weil Keime aus dem Vogelkot durch das Sonnenlicht verhältnismässig schnell abgetötet werden, treten diese Belastungen meist nur kurzzeitig auf.
Im Postunetäli entwickelt sich im Rahmen eines Revitalisierungsprojekts eine vielfältige Landschaft, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum bietet. Die Öffnung des Bachs, die Umwandlung zur Magerwiese und Aufwertung des Waldrands schaffen Nahrung, Nistplätze und geschützte Rückzugsorte. Dadurch wächst die Biodiversität und das Gebiet gewinnt an ökologischer Qualität.
Von der Wiederherstellung naturnaher Bäche, Flüsse und Seen mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten profitieren die Artenvielfalt und die Naherholung gleichermassen. Das vorliegende Revitalisierungsprojekt Postunetäli umfasst das Seeufer vom Vierwaldstättersee und den dort einmündenden Postunetälibach und setzt genau an diesem Punkt an. Es verfolgt das Ziel, die Gewässerlebensräume ökologisch aufzuwerten. Das 50 Meter lange Seeufer im Bereich des Projektes wurde vor der Revitalisierung als ökomorphologisch naturfremd, d. h. künstlich stark verändert bewertet. Der Bach, welcher in den Vierwaldstättersee mündet, war auf den letzten 145 Metern eingedolt.
Der Postunetälibach vor der Revitalisierung. Bild: Kanton Luzern, Dienststelle Verkehr und Infrastruktur
Der Mündungsbereich eines Bachs in einen See ist ökologisch besonders wertvoll, weil durch den Übergang zwischen Fliess- und Stillgewässer eine hohe Struktur- und Lebensraumvielfalt entsteht, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Nahrungs-, Laich- und Lebensraum dient.
Das wurde gemacht
Im Rahmen des Revitalisierungsprojekts wurde der Postunetälibach auf einer Länge von 145 Metern zwischen See und Wald geöffnet. Der neue Bach folgt dem tiefsten Punkt im Postunetäli. Der Gewässerraum wurde ökologisch mit verschiedenen Strukturen aufgewertet.
Im See wurde unter anderem die 50 m lange Ufermauer zurückgebaut und die Übergangszone vom Wasser zum Land wurde abgeflacht. Im Wasser wurde Schilf aus dem Weiher Hertenstein gepflanzt und in der vorgelagerten Uferzone wurden Strukturen wie Raubäume oder Wurzelstöcke eingebracht. Diese Strukturen im Wasser sind für die Natur sehr wertvoll und dienen unter anderem als Laich- und Aufwuchsplätze für Fische.
Nach der Revitalisierung sieht man den offenen Bach. Bild: Kanton Luzern, Dienststelle Verkehr und Infrastruktur
Zusätzlich zu Bach und Seeufer wurde auch der Waldrand aufgewertet. Zur ökologischen Aufwertung wurden Asthaufen errichtet. Im Übergangsbereich vom Wald zur Wiese wurden wilde Brombeersträucher entfernt. Die bearbeiteten Flächen wurden durch Direktbegrünung mit Hilfe von Schnittgut aus der Umgebung begrünt. Und für die Bewirtschaftung wurden zwei Brücken über das Postunebächli neu gebaut.
Projektabschluss im 2025
Das Revitalisierungsprojekt wurde grösstenteils im Jahr 2024 umgesetzt und Mitte 2025 fertiggestellt. In den nächsten Jahren wird sich das Postunetäli zu einer wertvollen, vielfältigen und artenreichen Landschaft mit hoher ökologischer Qualität entwickeln.
Elimination der Mikroverunreinigungen durch Ausbau der ARA Sarneraatal
See & Ufer
12. Juni 2026
Kleine Partikel mit grosser Wirkung: Mikroverunreinigungen haben bereits in geringen Mengen einen Einfluss auf Gewässerorganismen. Deshalb sollen grosse Abwasserreinigungsanlagen der Schweiz ausgebaut werden. Die ARA Sarneraatal hat die vierte Reinigungsstufe bereits implementiert und kann so den Grossteil der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernen.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als die Wasserqualität in den Schweizer Gewässern noch nicht so gut war wie heute. Denn noch bis in die Siebzigerjahre war das Schwimmen in den Seen keine Selbstverständlichkeit. Durch die grossen Nährstoffeinträge aus dem Siedlungsabwasser und der Landwirtschaft stand es in vielen Seen schlecht um die aquatischen Lebensgemeinschaften. Die Gewässer waren chemisch und physikalisch aus dem Gleichgewicht geraten.
Mit dem ersten Gewässerschutzgesetz 1957 kam der Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in Fahrt. Zwar ist die älteste ARA, welche sich im Kanton St. Gallen befindet, bereits über 100 Jahre alt, der Grossteil der Anlagen wurde aber in zwischen 1960 und 1980 erstellt oder ausgebaut.
Reduktion des Nährstoffgehalts
Heute sind schweizweit über 750 zentrale ARAs in Betrieb, die Grobstoffe mechanisch entfernen und die organische Belastung des Abwassers biologisch abbauen. Jährlich werden rund 1.4 Milliarden Kubikmeter Abwasser – mehr als das gesamte Wasser im Bielersee – in Schweizer ARAs behandelt. Dadurch konnte der Nährstoffgehalt unserer Gewässer so stark reduziert werden, dass sich die meisten Seen wieder sehr nahe an ihrem natürlichen, überwiegend nährstoffarmen, Zustand befinden und wir heute über jene hervorragende Wasserqualität verfügen, an die wir uns längst gewöhnt haben.
Das Innenleben der Abwasserreinigungsanlage. Hier die Leitungen der vierten Reinigungsstufe. Bild: Entsorgungszweckverband Obwalden
Seit dem ersten grossen Ausbau der Abwasserreinigung haben sich zusätzliche Herausforderungen ergeben. Dazu gehören Mikroverunreinigungen, die in den Siebzigerjahren noch kaum eine Beachtung fanden. Mikroverunreinigungen sind chemische Stoffe oder mikroskopisch kleine Feststoffe, die in sehr geringen Mengen in Gewässern vorkommen. Trotz ihrer geringen Konzentrationen können sie sich negativ auf Wasserlebewesen und unsere Trinkwasserressourcen auswirken. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen, wie Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln oder Industriechemikalien. Während gewisse Stoffe, z. B. künstliche Süssstoffe, bislang kaum bekannte Schäden verursachen, können andere Stoffgruppen, z. B.Pestizide, bereits in sehr kleinen Mengen einen deutlich negativen Einfluss auf Gewässerorganismen haben.
Mikroverunreinigungen – kleine Mengen mit grosser Wirkung
Die zurzeit am häufigsten diskutierte Gruppe der Mikroverunreinigungen sind die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die aufgrund ihrer hohen chemischen Stabilität auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden. Sie werden zunehmend in der Umwelt nachgewiesen und bauen sich praktisch nicht ab, was zu einer Anreicherung in Gewässern, Böden und Organismen führen kann. Über die toxischen Wirkungen vieler einzelner PFAS-Verbindungen ist bislang noch wenig bekannt, da diese sehr grosse Stoffgruppe erst teilweise untersucht ist. Ebenfalls zu den Mikroverunreinigungen zählen Mikro- und Nanoplastik, die sich nach ihrem Eintrag in die Umwelt kaum abbauen und deshalb langfristig bestehen bleiben. Im Jahr 2022 hat die AKV den Vierwaldstättersee auf Mikroverunreinigungen untersucht. Den Bericht dazu finden Sie hier.
Aufgrund der 2016 revidierten Gewässerschutzverordnung müssen schweizweit rund 100 mittlere bis grosse Anlagen aufgerüstet werden. Deshalb wurde vom Parlament beschlossen, den Ausbau auf die sogenannte vierte Reinigungsstufe mitzufinanzieren. Seither wird mittels Abwasserabgabe ein zweckgebundener Fonds zur Umsetzung von Massnahmen zur Elimination von Mikroverunreinigungen im Abwasser gespiesen.
Vierte Reinigungsstufe für die ARA Sarneraatal
In der ARA Sarneraatal, die das Abwasser des gesamten Kantons Obwalden (ohne Engelberg) behandelt, wurde der Ausbau auf die vierte Reinigungsstufe im Jahr 2025 realisiert. Nachdem zwischen 2016 und 2019 die biologische Reinigungsstufe ausgebaut wurde, um den Anforderungen einer stetig wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden, wurde als letzter Schritt die Elimination von Mikroverunreinigungen angegangen.
Zu diesem Zweck wurden Becken errichtet, welche mit granulierter Aktivkohle befüllt sind. Im letzten Reinigungsschritt wird das Wasser durch diese Aktivkohle geleitet. Die Kohle hat viele, sehr kleine Poren und damit eine grosse Oberfläche. Die im Wasser gelösten Schadstoffe docken an dieser porösen Oberfläche an und werden nicht mehr mit dem Wasser in die Umwelt transportiert.
Komplexer als man denkt: Verfahrensschema der ARA Sarneraatal. Bild: Entsorgungszweckverband Obwalden.
Die seit der Inbetriebnahme durchgeführten Messungen zeigen sehr gute Resultate. Mit dem heutigen System werden mindestens 80 % aller im Abwasser vorkommenden Mikroverunreinigungen entfernt. Die gesetzliche Zielvorgabe von 80 % wird aber meist deutlich übertroffen. Auch hinsichtlich der viel diskutierten PFAS können die Filterresultate der Aktivkohle teilweise eine sehr gute Wirksamkeit aufweisen, obwohl es dafür aktuell noch keine spezifische gesetzliche Verpflichtung gibt.
Regenerierung der Aktivkohle
Die Adsorptionsleistung der Aktivkohle ist jedoch nicht unbegrenzt. Irgendwann ist ein Grossteil der Poren gefüllt und die Kapazität, die Mikroverunreinigungen zu binden, wird verringert. Die sogenannt «beladene» Kohle muss regeneriert werden. Dazu wird diese stark erhitzt. Dadurch verbrennen die abgelagerten Stoffe und die Poren sind wieder bereit, neue Mikroverunreinigungen aufzunehmen.
Letztlich gelangt das Abwasser aus rund zehn Abwasserreinigungsanlagen der Anrainerkantone in den Vierwaldstättersee. Von diesen Anlagen sind vier so gross, dass sie mit einer vierten Reinigungsstufe ausgebaut werden müssen. Die ARA Sarneraatal ist die erste Anlage, die diesen Ausbau bereits umgesetzt hat – die drei weiteren sanierungspflichtigen Anlagen in Schwyz, Altdorf und Stans werden folgen.
Die ARA Sarneraatal aus der Luft. Bild: Entsorgungszweckverband Obwalden
Explosivstoffmonitoring 2024/25: Keine negative Beeinflussung des Seewassers durch Munition
See & Ufer
20. April 2026
Im Herbst 2024 wurde das Explosivstoffmonitoring zur versenkten Munition im Thunersee, Brienzersee
und Vierwaldstättersee weitergeführt. Die Resultate der Seewasserprobenahmen liegen nun vor: Eine negative Beeinflussung des Seewassers lässt sich nicht erkennen.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Munition und Munitionsbestandteile aus Armeebeständen in verschiedenen Schweizer Seen versenkt. Dies entsprach damals einer weltweit üblichen Praxis. Im Jahr 2012 führte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS eine umfassende Gefährdungsabschätzung durch. Obwohl dabei keine relevanten Konzentrationen an Sprengstoffen im Seewasser festgestellt wurden, bleibt das Schadstoffpotenzial unverändert hoch. Angesichts der grossen Bedeutung der oberirdischen Gewässer als Ökosystem und Trinkwasserreservoir haben das VBS, der Kanton Bern und die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) beschlossen, ein Explosivstoffmonitoring zu starten und das Seewasser und die Seesedimente periodisch zu untersuchen.
In den Jahren 2024/2025 fanden erneut Untersuchungen des Seewassers im Thunersee, Brienzersee und Vierwaldstättersee statt. Die neuen Ergebnisse zeigen keine negative Beeinflussung des Seewassers durch die versenkte Munition. Die Resultate sind in einem Schlussbericht zusammengefasst.
Untersuchung auf Sprengstoffe, Perchlorat und Schwermetalle
Im Rahmen der Seewasseruntersuchungen 2024/2025 wurden rund 60 Proben entnommen und in externen Laboratorien unter anderem auf Sprengstoffe (z. B. TNT, Nitroglycerin), Perchlorat und Schwermetalle (z.B. Blei, Quecksilber, Zink, Kupfer) untersucht. Die Resultate zeigen, dass die Konzentrationen fast aller untersuchten Stoffe sehr niedrig waren, meist nahe der Bestimmungsgrenze. Generell verzeichnen die Schadstoffkonzentrationen im Vergleich zu früheren Messkampagnen in allen Seen einen stabilen bis rückläufigen Trend.
Übersicht über die Versenkungsstandorte und Probenahmestandorte (Versenkungs- und Referenzstandorte Tellsplatte und Salzfass)
Monitoring wird fortgesetzt
Gemäss der Altlastenverordnung sind die Bereiche der versenkten Munition im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des VBS eingetragen. Aufgrund der bisherigen Untersuchungen sind sie jedoch weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig. Dies haben auch die jüngsten Ergebnisse nochmals bestätigt. Aufgrund der Befunde aus dem Monitoring 2024/2025 kann der bisherige Rhythmus für die Beprobung des Seewassers von fünf Jahren und der Seesedimente von zehn Jahren beibehalten werden. Nach jeder Messkampagne wird die Situation neu beurteilt und allfällig notwendige Massnahmen daraus abgeleitet.
Das Bundesamt für Rüstung (armasuisse) lancierte im August 2024 einen Ideenwettbewerb, um neue Verfahren für eine umweltschonende und sichere Bergung der versenkten Munition aus Seen mit einer Tiefe von 150 bis 215 Metern zu finden. Der Wettbewerb wurde als offenes Verfahren öffentlich ausgeschrieben und anonym durchgeführt.
Insgesamt wurden 214 Vorschläge eingereicht. Fachleute aus Behörden, Instituten und Hochschulen beurteilten sie nach Machbarkeit, Umweltverträglichkeit, Räumleistung und -Qualität sowie der zu erwartenden Schlickmenge zur Entsorgung. Die prämierten Konzepte bilden eine Basis für weitere Abklärungen und mögliche zukünftige Forschungsprojekte zur umweltschonenden und sicheren Munitionsbergung aus Schweizer Seen.
Den ersten Preis ging an ein niederländisches Unternehmen mit der Idee, eine luftgefüllte Taucherglocke einzusetzen, welche den Arbeitsbereich während der Bergung vollständig vom See trennt. Platz zwei erreichte ein Schweizer Unternehmen, welches ein fahrbares System vorschlug, bei dem eine modifizierte Strandreinigungsmaschine mit Abdeckung aufwirbelnde Sedimente zurückhält. Auch der dritte Preis ging an ein Schweizer Unternehmen, mit dem . Konzept, ein geschlossener Kubus, in dem die Munition mit einem Schneckenförderer geborgen wird, einzusetzen.
Revitalisierungen am Alpnachersee
See & Ufer
14. Oktober 2025
Am Vierwaldstättersee hat sich in Bezug auf Revitalisierungen in den letzten Jahren einiges getan. Insbesondere im Alpnachersee wurden viele ökologische Verbesserungen erzielt und weitere Massnahmen sind in Arbeit.
Im Jahr 2022 wurden in den Kantonen der Schweiz die ersten Revitalisierungsplanungen für die Seeufer der Schweizer Seen verabschiedet. Damit sind die Kantone dem im Gewässerschutz festgelegten gesetzlichen Auftrag nachgekommen, die Revitalisierung von Gewässern zu planen und einen ersten Zeitplan dafür festzulegen.
Am Vierwaldstättersee befinden sich zwei Drittel der gut 150 Kilometer Uferlänge in einem wenig beeinträchtigten bis naturnahen Zustand. Der restlichen 50 Kilometer werden als stark beeinträchtigt, naturfremd oder künstlich eingestuft.
Nicht alle ökologisch beeinträchtigten Ufer können wieder in einen naturnahen Zustand zurückgeführt werden. Ein beträchtlicher Teil der Ufer des Vierwaldstättersees ist stark genutzt, und Häuser sowie Infrastrukturanlagen reichen teilweise bis fast zur Wasserlinie. Revitalisierungen bei stark genutzten Uferabschnitten in dicht besiedelten Räumen sind daher trotz hohem ökologischem Potenzial weder realistisch noch gesellschaftlich erwünscht. Es gibt aber auch viele Uferabschnitte, die mit geringerem Aufwand wieder naturnah gestaltet werden können und deshalb in der Revitalisierungsplanung priorisiert sind. Am Vierwaldstättersee sind in den nächsten 20 Jahren auf 15 Kilometern Uferstrecke Revitalisierungen vorgesehen.
Rund um den Alpnachersee läuft derzeit viel im Bereich Revitalisierung. Schon im letzten Newsletter haben wir den erfolgreichen Abschluss der Aufwertung der Mündungsbucht am Südufer – kurz ASA – vorgestellt. Dort wurden mithilfe von Material aus dem Hochwasserschutzstollen in Obwalden sowie aus der Ritom-Baustelle im Tessin Flachwasserzonen wiederhergestellt und eine Flachmoorfläche geschaffen. Für diese Aufwertung erhielt der Kanton Obwalden vom Verein für Ingenieurbiologie den Gewässerpreis.
Am Westufer des Alpnachersees wurde 2023 das erste Revitalisierungsprojekt nach der Genehmigung der ersten Revitalisierungsplanung umgesetzt. Der Uferweg wurde dabei nach hinten versetzt, die Blocksteine für die Ufersicherung entfernt und das Ufer abgeflacht. In der Wechselwasserzone wurde Schilf gepflanzt, und der landseitige Uferbereich mit standortgerechten Gehölzen bestückt. Für Kleintiere wurden Holz- und Steinstrukturen angelegt.
Lihren vor der Revitalisierung
Die Revitalisierung des Ufers bei Lihren kommt aber nicht nur der Natur zugute – durch die verschiedenen Massnahmen profitieren auch die Menschen davon. Vor der Aufwertung wurde der Fussgängerweg auf diesem Abschnitt bereits bei leicht erhöhten Seeständen überflutet. Während dieser Effekt in der Wechselwasserzone durchaus erwünscht ist, ist dies für Spaziergänger jedoch wenig vorteilhaft. Mit der Erhöhung und Rückversetzung des Weges gelangen diese nun auch bei hohen Wasserständen trockenen Fusses von Alpnachstad bis nach Hergiswil. Zudem wurden die Aufenthaltsstellen am Anfang und am Ende der Revitalisierungsstrecke am See mit neuer Bepflanzung, Einstiegsstelle für Badende und einer kleinen Grillstelle aufgewertet.
Erste Untersuchungen zeigen, dass sich die Revitalisierung sehr gut entwickelt. Das Schilf hat sich etabliert, und auch Wasserpflanzen und Muscheln fühlen sich im neuen Lebensraum wohl. In den nächsten Jahren ist daher geplant, auch den direkt nördlich angrenzenden Abschnitt in gleicher Weise aufzuwerten.
Bauarbeiten, Herbst 2023Frühling 2024Herbst 2025
Mittlerweile ist bereits die nächste Baustelle angelaufen. Am 15. September markierte der Spatenwurf den Start weiterer Flachwasserschüttungen, dieses Mal in der mittleren Bucht des Städerrieds am Südufer des Alpnachersees (ASA+). Wie schon im ASA werden auch im ASA+ die durch den früheren Kiesabbau entstandenen Löcher im Seegrund wieder aufgefüllt – hauptsächlich mit Material, das bei den Hochwasserschutzarbeiten an der Sarneraa anfällt.
Alle Kantone sind zudem daran, die Revitalisierungsplanung für Fliessgewässer zu überarbeiten. Diese wurde im Jahr 2014 zum ersten Mal erstellt. Nun, nach bald zwölf Jahren, ist es an der Zeit, sie zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Insbesondere sind die nächsten geplanten Revitalisierungsprojekte festzulegen, damit die Schweiz dem Ziel, rund ein Viertel der Gewässer in schlechtem Zustand bis 2090 zu revitalisieren, einen Schritt näherkommt.
Stand der Revitalisierungsplanungen der Kantone
Die ersten Revitalisierungsplanungen für die Seeufer der Schweizer Seen wurden in den Kantonen im Jahr 2022 verabschiedet. Damit sind die Kantone dem im Gewässerschutz festgelegten gesetzlichen Auftrag nachgekommen, die Revitalisierung von Gewässern zu planen und einen ersten Zeitplan dafür festzulegen.
Alle Kantone sind zurzeit zudem daran, die Revitalisierungsplanung für Fliessgewässer zu überarbeiten. Diese wurde im Jahr 2014 zum ersten Mal erstellt. Nun, nach bald zwölf Jahren, ist es an der Zeit, sie zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Insbesondere sind die nächsten geplanten Revitalisierungsprojekte festzulegen, damit die Schweiz dem Ziel, rund ein Viertel der Gewässer in schlechtem Zustand bis 2090 zu revitalisieren, einen Schritt näherkommt.
Die Badewasserqualität ist auch 2025 gut
See & Ufer
24. Juni 2025
Dem Badespass in den Zentralschweizer Gewässern steht nichts im Wege. Die Anfang Juni durchgeführten Proben betätigen auch dieses Jahr die ausgezeichnete Wasserqualität.
Bei der Untersuchung der Badewasserqualität werden jährlich 65 Badestellen in den folgenden Seen der Zentralschweiz auf Darmbakterien (Escherichia coli und Enterokokken) geprüft: Zürichsee, Zugersee, Sempachersee, Baldeggersee, Rotsee, Lauerzersee, Sihlsee, Sarnersee, Lungerersee, Hirschlensee, Seelisbergsee und Golzernsee.
Die koordinierten Untersuchungen 2025 der Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz und Uri zeigen: Die Zentralschweizer Seen weisen eine einwandfreie Badewasserqualität auf. Sämtliche beprobten Stellen fallen in die Kategorien «gut» oder «ausgezeichnet». Aufgrund der Ergebnisse besteht weder Handlungsbedarf noch werden Empfehlungen ausgesprochen.
In den Zentralschweizer Seen lässt es sich gut baden. Dies zeigen die Untersuchungen auf Darmbakterien bei 65 Badestellen.
Die koordinierten Untersuchungen 2024 der Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz und Uri zeigen: Die Zentralschweizer Seen weisen eine einwandfreie Badewasserqualität auf. Sämtliche Stellen weisen eine gute bis ausgezeichnete Badewasserqualität auf. Aufgrund der Ergebnisse besteht kein Handlungsbedarf für Empfehlungen an die Badenden.
Bei der Untersuchung wurden 65 Badestellen auf Darmbakterien (Escherichia coli und Enterokokken) in den folgenden Seen geprüft: Zürichsee, Zugersee, Sempachersee, Baldeggersee, Rotsee, Lauerzersee, Sihlsee, Sarnersee, Lungerersee, Hirschlensee, Seelisbergsee und Golzernsee.